Heute gilt die Förderung von Mädchen als ein Schlüssel für nachhaltige Entwicklung. Bildung, Selbstbestimmung und gleiche Chancen sind feste Bestandteile internationaler Strategien. Doch was heute selbstverständlich klingt, war Mitte der 1990er‑Jahre alles andere als Mainstream. Die Stiftung Contactions gehört zu jenen Organisationen, die diesen Weg früh und aus innerer Überzeugung gegangen sind.
Als Mathieu Eggler die Stiftung Contactions 1996 gründete, erklärte er die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen ausdrücklich zu einem Kernanliegen. Nicht als Reaktion auf politische Programme, sondern als pragmatische Antwort auf die ungleichen und schwierigen Umstände für Mädchen, die er in Indien hautnah erlebte und – aus seinem christlichen Selbstverständnis heraus – dass jeder Mensch, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder sozialem Status, die gleiche von Gott geschenkte Würde besitzt.
Früh dran – und bewusst anders
Die 1990er‑Jahre waren in der Entwicklungszusammenarbeit noch stark von klassischer Wohlfahrt geprägt. Hilfe bedeutete häufig hauptsächlich Versorgung: Nahrung, Kleidung, medizinische Basisleistungen. Die gezielte Förderung von Mädchen – insbesondere ihre Bildung und Selbstbestimmung – stand erst am Anfang eines langsamen Umdenkens, angestossen unter anderem durch die Weltfrauenkonferenz in Peking 1995.
Dass Contactions diesen Gedanken bereits 1996 praktisch umsetzte, verleiht der Stiftung eine pionierhafte Rolle unter privaten Hilfswerken. Gleichberechtigung wurde von Beginn an nicht als Zusatzprojekt verstanden, sondern als grundlegender Wert, der alle Aktivitäten bis heute prägt. Nicht laut, nicht ideologisch – sondern getragen von Verantwortung und einem christlich geprägten Verständnis von Gerechtigkeit. Gerade heute wirkt dieser Ansatz bemerkenswert zeitlos.
Engagement dort, wo Benachteiligung Alltag ist
Contactions setzt genau hier an: Bildung für Mädchen wird gezielt gefördert. Eltern werden für deren weitreichende Bedeutung sensibilisiert und konkrete Hindernisse, wie fehlende Schuluniformen oder Lernmaterialien, werden aus dem Weg geräumt. Ziel ist es, den Mädchen die Chance zu geben, den Kreislauf aus Armut, Abhängigkeit und Perspektivlosigkeit zu durchbrechen.
Persönlich begleiten – langfristig wirken
Ein besonderes Merkmal der Arbeit von Contactions ist die langfristige und persönliche Begleitung. Viele Mädchen werden über Jahre hinweg unterstützt – vom Schulbeginn bis in die Ausbildung oder das junge Erwachsenenalter hinein. Lokale Projektleiterinnen stehen ihnen insbesondere in sensiblen Lebensphasen als Vertrauenspersonen und Vorbilder zur Seite.
Gleichzeitig richtet sich der Blick auch immer auf das familiäre Umfeld, denn echte Gleichberechtigung lässt sich nicht isoliert erreichen.
Frauen stärken, Familien verändern
Auch Schutzräume gehören zum Engagement der Stiftung, etwa durch die Unterstützung eines Frauenhauses in Madagaskar mit Platz für bis zu 20 Frauen und ihren Kindern, die Gewalt erfahren haben. Neu wurde auch ein «Safe House» für Teenagermädchen geschaffen. Dieses bietet aktuell vier jungen Teenagermädchen Platz und rettet sie so vor der drohenden Frühverheiratung oder Prostitution.
Gleichberechtigung aus Verantwortung
Heute unterstützt die Stiftung Contactions mehrere tausend Kinder und ihre Familien. Ihr Ansatz zeigt: Nachhaltige Entwicklung entsteht dort, wo Hilfe Hand in Hand geht mit Wertschätzung, Verantwortung und Vertrauen in die Fähigkeiten der Menschen selbst.
Stiftung Contactions
Postfach 526
CH-4410 Liestal
info@contactions.ch
Tel: 077 505 58 43